Showcase March-April 2015 - page 46

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MINNESOTA ORCHESTRA SHOWCASE
O sieh, was tummeln sich für
schöne Knaben
dort an dem Uferrand auf mut’gen
Rossen,
weithin glänzend wie die
Sonnenstrahlen;
schon zwischen dem Geäst der
grünen Weiden
trabt das jungfrische Volk einher!
Das Roß des einen wiehert
fröhlich auf
und scheut und saust dahin;
über Blumen, Gräser, wanken hin
die Hufe,
sie zerstampfen jäh im Sturm die
hingesunknen Blüten.
Hei! Wie flattern im Taumel seine
Mähnen,
dampfen heiß die Nüstern!
Goldne Sonne webt um die
Gestalten,
spiegelt sie im blanken Wasser
wider.
Und die schönste von den
Jungfraun sendet
lange Blicke ihm der Sehnsucht nach.
Ihre stolze Haltung is nur
Verstellung.
In dem Funkeln ihrer großen Augen,
in dem Dunkel ihres heißen
Blicks
schwingt klagend noch die
Erregung ihres Herzens nach.
Der Trunkene
im Frühling
Wenn nur ein Traum das Dasein ist,
warum denn Müh und Plag?
Ich trinke, bis ich nicht mehr kann,
den ganzen, lieben Tag!
Und wenn ich nicht mehr trinken
kann,
weil Leib und Kehle voll,
So tauml’ ich hin vor meiner Tür
und schlafe wundervoll!
Was hör ich beim Erwachen?
Horch!
Ein Vogel singt im Baum.
Ich frag ihn, ob schon Frühling sei,
mir ist als wie im Traum.
Der Vogel zwitschert: “Ja! Der Lenz
ist da, sei kommen über Nacht!”
Aus tiefstem Schauen lauscht ich
auf,
Der Vogel singt und lacht!
Ich fülle mir den Becher neu
und leer ihn bis zum Grund
und singe, bis der Mond erglänzt
am schwarzen Firmament!
Und wenn ich nicht mehr singen
kann,
So schlaf ich wieder ein,
Was geht denn mich der Frühling an!?
Laßt mich betrunken sein!
O look, what handsome boys are
gathering
there along the shore on their
brave horses,
Shining far and bright like
sunbeams;
Already among the branches of
the green willows,
the fresh-faced youth are approaching!
The horse of one of them whinnies
merrily,
and shies and dashes away;
over flowers, grasses, its hooves
are swinging,
crushing the fallen blossoms like
a storm.
Ha! How its mane flutters in a
frenzy,
how hot the steam is from its nostrils!
The golden sun weaves around the
figures,
mirroring them in the shiny water.
And the most beautiful of the
young women sends
long, yearning looks after him.
Her proud posture is only a
pretense.
In the sparkle of her wide eyes,
in the darkness of her burning
gaze,
the agitation of her heart still
lingers on, lamenting.
The Drunkard
in Spring
If life is only a dream,
why then the toil and misery?
I drink until I can no more,
The whole day long!
And when I can drink
no more,
because my body and soul are full,
I stagger to my doorway
and sleep wonderfully!
What do I hear when I awake?
Listen!
A bird singing in the tree.
I ask him if it is spring yet,
I think I’m dreaming.
The bird twitters, “Yes! Spring
is here, it has come overnight!”
Roused from deep contemplation
I listen,
The bird sings and laughs!
I fill my goblet once again
and drain it to the bottom
and sing, until the moon shines out
from the pitch-black sky!
And when I can sing no longer,
I fall asleep again,
for what do I care about spring?
Let me be drunk!
Der Abschied
Die Sonne scheidet hinter dem
Gebirge.
In alle Täler steigt der Abend nieder
mit seinen Schatten, die voll
Kühlung sind.
O sieh! Wie eine Silberbarke
schwebt
der Mond am blauen Himmelssee
herauf.
Ich spüre eines feinen Windes Wehn
hinter den dunklen Fichten!
Der Bach singt voller Wohllaut
durch das Dunkel.
Die Blumen blassen im
Dämmerschein.
Die Erde atmet voll von Ruh und
Schlaf,
alle Sehnsucht will nun träumen.
Die müden Menschen gehn
heimwärts,
um im Schlaf vergeßnes Glück
und Jugend neu zu lernen!
Die Vögel hocken still in ihren
Zweigen.
Die Welt schläft ein!
Es wehet kühl im Schatten meiner
Fichten.
Ich stehe hier und harre meines
Freundes;
ich harre sein zum letzten Lebewohl.
Ich sehne mich, o Freund, an
deiner Seite
die Schönheit dieses Abends zu
genießen.
Wo bleibst du? Du läßt mich lang
allein!
Ich wandle auf und nieder mit
meiner Laute
auf Wegen, die vom weichen
Grase schwellen.
O Schönheit! O ewigen Liebens-
Lebenstrunkne Welt!
Er stieg vom Pferd und reichte ihm
den Trunk des Abschieds
dar.
Er fragte ihn, wohin er führe,
und auch warum es müsste sein.
Er sprach, seine Stimme war
umflort:
Du, mein Freund,
mir war auf dieser Welt das Glück
nicht hold!
Wohin ich geh? Ich geh, ich
wand’re in die Berge.
Ich suche Ruhe für mein einsames
Herz.
Ich wandle nach der Heimat,
meiner Stätte.
Ich werde niemals in die Ferne
schweifen.
Still ist mein Herz und harret
seiner Stunde!
Die liebe Erde allüberall
Blüht auf im Lenz und grünt aufs
neu!
Allüberall und ewig blauen licht
die Fernen!
Ewig… ewig…
The farewell
The sun vanishes behind the
mountains.
Evening descends into all the valleys,
with its cool, refreshing shadows.
O look! Like
a silver boat,
the moon floats up onto the sky’s
blue lake.
I feel a fine wind blowing
behind the dark spruce!
The stream sings pleasantly
through the darkness.
The flowers turn pale in the
twilight.
The earth breathes, full of peace
and sleep,
and all longing wants to dream now.
Weary people make their way
home,
to learn again in their sleep
forgotten happiness and youth!
The birds perch silently on their
branches.
The world is falling asleep!
A cool breeze blows in the shade
of my spruce.
I stand here and wait for my
friend;
I wait to bid him a last farewell.
O my friend, I long to enjoy
at your side the beauty of this
evening.
Where are you? You leave me
alone for so long!
I wander up and down with my
lute,
on paths swelling with
soft grass.
O beauty! O world, drunk with
eternal love and life!
He climbed down from his horse
and offered his friend the drink
of farewell.
he asked him where he was heading,
and why it had to be so.
He spoke—there was sadness in
his voice:
You, my friend,
Fortune has not favored me in this
world!
Where am I going? I go away,
I’ll walk into the mountains.
I seek peace for my lonely
heart.
I walk towards my homeland, my
abode.
I shall never wander far from
there.
Quiet is my heart as it awaits its
hour!
Everywhere the good earth
blossoms in spring and turns green
once again!
Everywhere and forever, distant
spaces shine their blue light!
Forever… forever…
—Translation © Susanne Frank, 2009
Text and
Translation
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